Minimalismus in der Küche - Step-by-Step

In einem Minihaus zu kochen, ist für Einsteiger eine gewöhnungsbedürfte Angelegenheit. Der begrenzte Platz kann eine regelrechte Herausforderung darstellen: Wer in einer Miniküche zurechtkommen will, muss sein Kücheninventar drastisch reduzieren und die unverzichtbaren Utensilien clever verstauen. Falls der Umzug in ein Minihaus bevorsteht, finden Sie hier passende Tipps zur sinnvollen Ausstattung Ihrer Küche sowie Hilfestellungen, um das minimalistische Kochen zu meistern …

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Schritt #1: Küchenausstattung reduzieren

In einer herkömmlichen Küche in einem der geräumigen Einfamilienhäusern mit über 100 Quadratmetern haben viele Dinge Platz. Viele Haushalte besitzen allerdings viel zu viele Küchenutensilien von denen nur ein kleiner Teil tatsächlich regelmäßig im Einsatz ist. Nicht selten könnte auf mehr als 50 Prozent des Equipments verzichtet werden. Für den Umstieg in die Miniküche ist die drastische Reduzierung der Küchenausrüstung ein Muss. Öffnen Sie Ihre aktuellen Küchenschränke und betrachten Sie den Inhalt kritisch! Was haben Sie täglich in Gebrauch? Welches Zubehör benutzen Sie nur gelegentlich und was könnte sofort ausrangiert werden? Grundsätzlich gibt es keine pauschalen Antworten auf diese Fragen, da jeder anders kocht und eigene Gewohnheiten hat. Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, haben wir einige Gegenstände aufgeführt und deren Daseinsberechtigung hinterfragt:

  • Tassen: Brauchen Sie wirklich 15 oder mehr Tassen? In einer Miniküche ist für derartige Mengen kein Platz. Entscheiden Sie sich für die schönsten Modelle, die Sie am liebsten verwenden und trennen Sie sich vom Rest!
  • Töpfe und Pfannen: Vielerorts werden von zehn oder mehr Kochgefäßen nur zwei oder drei der Kochgefäße täglich genutzt. Generell ist es sinnvoll in wenige hochwertige Töpfe und Pfannen zu investieren und alles andere auszumisten.
  • Elektrogeräte: Thermomix, KitchenAid, Mikrowellen, Wasserkocher, Brotbackautomaten, Mixer, Toaster, Sandwichmaker. Die Liste der Küchen-Elektrogeräte ist lang. Für ein minimalistisches Kochvergnügen im Minihaus ist für alle diese Geräte kein Platz. Überdenken Sie Ihre bisherigen Gewohnheiten und überlegen Sie, wie oft Sie die Gerätschaften benötigen. Viele Arbeitsschritte lassen sich alternativ ohne Strom erledigen, sodass Sie sich von einigen elektronischen Küchenhelfern verabschieden können. Dass minimalistisches Kochen ohne dutzende Elektrogeräte sogar meditativ sein kann, erläutert Bloggerin Monica von minime.life in einem Beitrag über Minimalismus in der Küche. Sie empfindet die Zubereitung von Lebensmitteln „nicht als nervige Arbeit, die schnellstmöglich erledigt werden muss“. Stattdessen stellt sie in Frage, ob es nicht besser wäre sich bewusst Zeit für die Zubereitung zu nehmen und den Umgang mit Gemüse und Co. zu genießen.
  • Extras: Sie besitzen spezielle Teller nur für Gäste, schicke Kristallgläser für besondere Anlässe oder eine Kunststoff-Behälter-Ausstattung für gefühlt fünf Haushalte? Derartige Besitztümer sind in Minihäusern fehl am Platz.

 
Um sich das Ausmisten zu erleichtern, sollten Sie Ihre Gewohnheiten hinterfragen. Minimalistisch zu kochen, erfordert gewisse Abstriche und Verzicht. Doch dieser Verzicht bringt viele positive Aspekte mit sich und ist keinesfalls als Belastung zu betrachten. Der Abschied von unnötigem Besitz erleichtert nicht nur das Gepäck mit dem Sie umziehen, sondern auch das gesamte Dasein. Wer gewohnte Abläufe in Frage stellt, wird schnell feststellen, dass sich einiges an Ballast angehäuft hat.

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Schritt #2: Miniküche kaufen oder bauen

Hat sich die Küchenausstattung für die Miniküche ausreichend reduziert, gilt es die Küche auszuwählen. Abhängig davon, wie viel Fläche im neuen Minihaus zur Verfügung steht, gibt es diverse Möglichkeiten: Aufgrund der erhöhten Nachfrage nach minimalistischem Interieur haben bereits viele Möbelhäuser ihr Angebot um modernste Miniküchen erweitert, welche als Orientierung und Inspiration dienen. Greifen Sie jedoch nicht zu schnell zu, sondern schauen Sie sich mehrere Küchen an, um die für Sie perfekte Lösung zu finden! Ergänzend ist ein Blick ins Internet lohnenswert. Auch online ist die Auswahl an Miniküchen groß, welche sich auf das Wesentliche beschränken und alle wichtigen Elemente mit sich bringen, die beim minimalistischen Kochen nötig sind. Dass Sie bei Küchen mit unter 150 Zentimetern Breite auf nichts verzichten müssen, beweist die kompakte Kitchenline im Onlineshop Miniküchen direkt: Von der Spüle über Herdplatten und Backofen bis hin zum Stauraumwunder Apothekerauszug wird auf wenig Fläche alles Nötige bereitgestellt. Auch optisch hält der Handel eine große Vielfalt bereit, sodass Sie garantiert eine Küche exakt nach Ihrem Geschmack finden.
Neben dem Kauf lässt sich die Miniküche auch bauen. Je nach Minihaus ist die Anpassung des Mobiliars sogar notwendig, um den vorhandenen Platz optimal auszunutzen. Beispielsweise lässt sich die Arbeitsfläche mit einer individuell angepassten Arbeitsplatte erweitern und Relingsysteme erlauben das platzsparende Aufhängen von täglich benötigen Arbeitsgeräten. Weitere wichtige Faktoren bei der Küchenauswahl:

  • Rückengerechte Arbeitshöhe (Ellenbogenhöhe zur Berechnung)
  • Nutzinhalt Kühlschrank (Die standardisierte Empfehlung von 50 Liter pro Kopf lässt sich weiter eindämmen, um Fläche zu sparen)
  • Spülmaschine (Kommen Sie womöglich ohne aus?)
  • Auszüge (sind im Vergleich zu herkömmlichen Küchenschränken mit Tür deutlich funktionaler und erleichtern das Ein- und Ausräumen)
  • Hängeschränke mit Liftsystemen (gewährleisten das Nutzen von Stauraum bis unter die Decke).

 
In unseren Ratgebern „Kompakt und funktional: Tipps für die Planung kleiner Küchen“ sowie „Ordentlich Stauraum in der Kleinhaus-Küche“ erfahren Sie, auf was Sie außerdem achten sollten.

Schritt #3: Lernen Sie minimalistisch zu kochen!

Für maximalen Komfort in der Miniküche ist es empfehlenswert, das persönliche Kochverhalten zu überdenken und sich auf einfache Gerichte zu fokussieren. Minimalistisch zu kochen, kann ein wahrer Segen sein und den gesamten Alltag vereinfachen. Statt komplizierte Rezepte zu wählen, besteht die Kunst des minimalistischen Kochens darin, mit möglichst wenig Aufwand hochwertige Menüs zuzubereiten.

Die Grundpfeiler des Minimalistischen Kochens:

  • ein gut geplanter Einkauf (mit Einkaufszettel) einmal in der Woche reicht
  • Gerichte wählen, die ohne viele Gerätschaften und in kurzer Zeit zubereitet sind (One-Pot-Rezepte sind ideal)
  • evtl. größere Portionen kochen und einfrieren – so kann man sich leicht das Kochen unter der Woche sparen
  • Abfälle weitgehend vermeiden

 
Dass die Minimalismus-Küche nicht zulasten von Geschmack und Qualität gehen muss, verdeutlicht Katharina von Modern Slow. In einem Beitrag geht die Bloggerin auf ihre persönliche Philosophie beim Kochen ein, in der sie darauf Wert legt „frische und gesunde Lebensmittel, möglichst einfach“ ohne etwas zu verschwenden, zuzubereiten. Um sich daran zu gewöhnen, fangen Sie mit dem minimalistischen Kochen am besten bereits an, bevor Sie in Ihr Minihaus ziehen.

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Fazit

Kochen in der Miniküche ist keinesfalls eine Beschränkung des kulinarischen Horizonts. Im Gegenteil: Kochen auf kleinstem Raum kann zum Umdenken beflügeln und die Besinnung auf das Wesentliche hervorrufen. Reduzieren Sie Ihre Küchenausrüstung möglichst konsequent und überdenken Sie Ihre Gewohnheiten, um ungünstige Abläufe und unnötigen Ballast zu erkennen und sich für immer davon zu verabschieden.

Bildquellen: Alexas_Fotos / pixabay.com (Bild 1), Taken / pixabay.com (Bild 2), nile / pixabay.com (Bild 3).

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