Minihaus selber bauen. Die Planungsphase (1)

Wer sein Minihaus selber bauen oder sich auf die Zusammenarbeit mit einem Architekten vorbereiten möchte, für den sind in der (Vor-)Planungsphase sicher die folgenden Tipps hilfreich, denn bereits im Vorfeld stellt sich die Frage nach den Kosten, mit denen kalkuliert werden muss.

Die Kosten für den Bau eines Hauses setzen sich üblicherweise aus folgenden Faktoren zusammen:

  • Grundstückskosten (Kaufpreis, Makler, Notar, Grundbucheintragung, Vermessung, Grunderwerbsteuer)
  • Grundstückserschließung (Anschluss an das Straßennetz, Herstellung der Bebaubarkeit des Grundes, Anschluss an die Kanalisation, Wasser- und Stromversorgung, Telefonanschluss)
  • Baukonstruktion (Herstellung des Bauwerks)
  • Versorgungstechnik (Sanitäranlagen, Elektroinstallation, Heizung-/Lüftungsanlagen)
  • Außenanlagen (Anlage der Zuwege, Stellplätze, Einfriedungen, Bepflanzung von Flächen)
  • Innenausstattung
  • Baunebenkosten (Baugnehmigung, Grunderwerbsteuer, Grundstücksvermessung, Architektenhonorar, Projektleitung, Bereitstellungs- und Bauzinsen, Baustrom/-wasser, Bauwesenversicherung, Bauherrenhaftpflichtversicherung)

Kostenersparnis

Die Höhe der jeweiligen Posten ist gerade bei Minihäusern sehr unterschiedlich, abhängig vom Haustyp, Baumaterial und Größe. Als Anhaltspunkt für die Kosten eines schlüsselfertigen Singlehauses mit 60-80 qm Wohnfläche kann eine Quadratmeterpreis von € 1.500 – 2.000 gelten. In jedem Fall lassen sich die Herstellungskosten aber durch eine geschickte Planung senken:


Bereits bei der Planung des Grundrisses lassen sich einige Punkte beachten, die die Baukosten merklich zu reduzieren helfen:

  • Klären Sie im Vorfeld für sich, wieviele Quadratmeter Wohnfläche Sie tatsächlich benötigen. Eine grobe Skizze mit den unverzichtbaren Wohnbereichen ist hierfür hilfreich, aber auch das Studium von bereits existierenden Grundrissen oder der Besuch eines Musterhausparks. Da Minihäuser in der Regel nicht unterkellert sind (auch dies spart Kosten), ist es ratsam zusätzlich etwas Stauraum als Nutzfläche einzuplanen. Ansonsten gilt die Faustregel, dass sich pro Quadratmeter eingesparter Grundfläche je nach Bauweise etwa € 1.000 an Baukosten einsparen lassen.
  • Je einfacher und kompakter die Form des Hauses, desto günstiger. Beschränken Sie sich auf rechte Winkel und verzichten Sie auf Erker, Mauervorsprünge und Balkon (kostengünstiger ist z.B. eine von außen angesetzte Holzkonstruktion). Spezielle Bauelemente kosten zum einen mehr, einfache Bauformen erleichtern andererseits den Handwerkern die Arbeit (von der Konstruktion über das Verputzen bis zum Verlegen der Bodenbeläge) und verkürzen so die Bau- und Ausbauzeit.
  • Auch die Fenster sollten möglichst eine einheitliche Größe haben.
  • Wenige Trennwände bedeuten niedrigere Kosten. Räume, die ohne Trennwände ineinander übergehen, verleihen Häusern mit kleiner Grundfläche zudem eine großzügigere Atmosphäre. Trennen Sie Wohnbereiche bei Bedarf statt durch massive Trennwände eher durch passgenaue Regalwände (so sparen Sie Kosten für die Wand und haben zusätzlichen Stauraum), durch flexible Trennwände wie z.B. die beleuchtbaren Raumteiler von molo oder durch Glasflächen.
  • Vermeiden Sie reine Verkehrsflächen (Flure, Vorräume).
  • Planen Sie Bad und WC als „Sanitärinsel“ mit angrenzender Küche ein. Legen Sie alle sanitären Leitungen in nur 1 bis 2 Wände, mit kurzen Wegen (d.h. im Obergeschoß möglichst an der gleichen Stelle). Vermeiden Sie Kurven für die Rohrverlegung. Planen Sie Wasserleitungen nach Möglichkeit nicht in der Außenwand ein. Damit sparen Sie Isolierungskosten und bauen mit Frostschutz. Bei Mini- und Kleinhäusern wird sich dieser Punkt allerdings kaum umsetzen lassen.
  • Bau in die Höhe ist kostengünstiger als ein Bau in die Breite. Zudem ermöglicht er den Bau auf Grundstücken, die zu klein für konventionelle Einfamilienhäuser und daher günstiger zu erwerben sind. Am energieeffizientesten ist ein Minihaus in Würfelform. Optimal ist also ein quadratischer Grundriss mit Aufstockung.
  • Planen Sie mit einfachen Dachformen (Sattel-, Pult- oder Flachdach) ohne Dachfenster. Dies spart Kosten und senkt das Mängelrisiko.
  • Auch durch eingeplante Eigenleistung kann selbstverständlich gespart werden. Dieser Faktor wird jedoch im Allgemeinen gegenüber einem kostenoptimierten Grundriss überschätzt.

Bereits in der Planungsphase sind natürlich mögliche Auflagen der jeweiligen Gemeinde und die Genehmigungspflichten einzukalkulieren. Lesen Sie hierzu unsere Tipps zu baurechtlichen Bestimmungen.

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