Luftentfeuchtung in Tiny Houses: 4 effektive Methoden

Tiny Houses konnten bis vor einigen Jahrzehnten nahezu ausschließlich in den USA vorgefunden werden. Doch Dank der zahlreichen Vorteile dieser „rollenden Minihäuser“ steigt die Nachfrage inzwischen international stark an, sodass sich mittlerweile auch in Europa zahlreiche Hersteller auf diesen Haustyp spezialisiert haben. Seitens der Anbieter, als auch der Tiny-House-Besitzer in spe werden immer mehr Aspekte thematisiert, die für wahren Wohnkomfort essentiell sind: Ein sehr bedeutsamer Bereich stellt die Luftentfeuchtung in Tiny Houses dar. Denn nur durch aktive Maßnahmen kann das eigene Tiny House absolut trocken gehalten werden, was sich nicht zuletzt auch wesentlich auf die eigene Gesundheit auswirken wird …

wassertropfen

Leben bedeutet Feuchtigkeit

Obwohl die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit in der Regel nicht sichtbar ist, weist die Luft stets einen gewissen Grad an feinsten Wassertropfen auf. Die Luft in einem Tiny House wird nicht nur durch Duschen und Kochen mit Wasser angereichert, auch Bewohner geben Feuchtigkeit über Haut und Atem ab und tragen damit zur Steigerung der Luftfeuchtigkeit bei. Nicht erst wenn noch schwülwarme oder herbstlich-feuchte Luft von außen hereinkommt oder man nach einem Spaziergang an einem regnerischen Tag mit feuchten Klamotten nach Hause kommt, gerät das Mikroklima im Haus leicht aus dem Gleichgewicht. Eine konsequente Luftentfeuchtung in Tiny Houses ist daher eine unverzichtbare Maßnahme. Nur so lässt sich übermäßige Feuchtigkeit in der Luft effektiv beseitigen und das Tiny House vor Schwitzwasser und Schimmelbildung bewahren.

Effektive Maßnahmen der Luftentfeuchtung in Minihäusern

Vor allem in sehr kleinen Räumen – wie sie für Tiny Houses und sonstige Minihäuser charakteristisch sind – kann sich erhöhte Luftfeuchtigkeit besonders schnell absetzen und für erhebliche Gesundheits- und Bauschäden führen. Mit Hilfe der folgenden vier Möglichkeiten kann die der Feuchtigkeitsgehalt der Raumluft gesenkt werden, sodass auch im Tiny House ein gesundes Wohnklima entstehen kann:

1. Luftentfeuchter mit Granulat oder Silikatgel

Diese Art von Luftentfeuchter wird vor allem in kleineren Räumlichkeiten eingesetzt und macht sich die hygroskopische (wasseranziehende) Eigenschafte der betreffenden Substanz zu Nutzen: Indem der betreffende Stoff Feuchtigkeit anzieht, entzieht er diese Feuchtigkeit der Luft. Hygroskopische Substanzen wie Silikatgel oder Calciumchlorid-Granulat lösen sich während dieses Vorgangs in der gesammelten Flüssigkeit auf, weshalb Luftentfeuchter, die nach dieser Methode arbeiten, über einen Auffangbehälter verfügen. Die Methode selbst ist sehr effektiv und leicht zu handhaben – eine regelmäßige Erneuerung des Granulats oder Gels ist jedoch notwendig.

2. Natürlicher, „aktivierter“ Zeolith

zeolithe-luftentfeuchtung

Eine weitere physikalische Methode der Luftentfeuchtung stellt die Verwendung von „aktiviertem“ (d.h. durchgetrocknetem) Zeolith dar. Zeolithe sind Mineralien der Silikat-Gruppe und besitzen durch ihre hygroskopischen Eigenschaften und ihre mikroporöse Gerüststruktur eine hohe Aufnahmefähigkeit für Feuchtigkeit. Zeolith kann unbegrenzt verwendet werden, muss aber bei Sättigung immer wieder durch Erhitzen bzw. Trocknung regeneriert werden. Zeolith kommt im industriellen Bereich häufig zur Anwendung – sowohl in Trockenschränken, die zur Lagerung von sensiblen Elektronikteilen dienen, als auch zum Schutz von Ware vor zu hoher Luftfeuchtigkeit beim Transport in Seecontainern. In der Landwirtschaft werden seine bodenverbessernden Eigenschaften geschätzt. Die Luftentfeuchtung mit Zeolith ist zwar eine ökologische und günstige Methode, jedoch kann in einem Tiny House ohne Backofen oder Mikrowelle (und tagelangem Regen ohne Sonnenschein) die Regenerierung des Minerals eine Schwierigkeit darstellen.

3. Elektrische Entfeuchtungsanlagen

Tiny Houses können aber natürlich auch sehr effektiv mit elektrisch betriebenen Entfeuchtungsanlagen ausgestattet werden. Bei diesen Geräten wird die Raumluft in den Apparat gesogen, die Luftfeuchtigkeit wird hier entzogen und in einem Zusatzbehälter aufgefangen. Letztendlich tritt nur noch die trockene Luft aus dem Gerät heraus, sodass ein ständiger Luftkreislauf gegeben ist. Diese Art der Luftentfeuchtung eignet sich vor allem für einen langfristigen Einsatz, wobei bei Dauerbetrieb die Auffangschalen bei einigen Gerätetypen regelmäßig entleert werden müssen. Andere Modelle verfügen über einen Schlauchanschluss, mittels dem die der Raumluft entzogene Luftfeuchtigkeit direkt in den Abfluss der Dusche oder des Waschbeckens geleitet werden kann.

4. Kräftig durchheizen

Gerade im Sommer mag der Tipp, kräftig durchzuheizen, merkwürdig klingen. Jedoch kann dies gerade in Tiny Houses, die mit einem kleinen Holzofen ausgestattet sind, die Methode der Wahl sein: Kleine Räume lassen sich praktischerweise sehr schnell aufheizen, wobei die warme Luft Feuchtigkeit aufnimmt, Mit einem Ventilator als unterstützende Maßnahme lässt sich der Luftaustausch beim anschleißenden Lüften beschleunigen und die warme gesättigte Luft nach außen bringen.

hygrometer

Gezielt und konsequent lüften

Um die Luftentfeuchtung nicht zu vernachlässigen sollte bereits das Lüften der Räumlichkeiten zum Ritual werden. Je nach Standort und Wetterlage kann die Luftfeuchtigkeit im Außenbereich jedoch noch höher als im Innenbereich sein. Um ein Gefühl für die Gegebenheiten zu bekommen, lohnt sich die Anschaffung eines kleinen Hygrometers. Beim Ablesen und Interpretieren der Werte – idealerweise liegen sie in Wohnräumen zwischen 40 und 60% – ist zu beachten, dass diese Messgeräte immer die relative Luftfeuchtigkeit angeben, nicht die absolute. Warme, einströmende Luft zur Mittagszeit könnte dann den angezeigten Wert senken, wobei warme Luft jedoch eine höhere Speicherkapazität hat und somit mehr Feuchtigkeit mit sich bringen kann, die ggf. an kühlen Wänden kondensieren kann. Vor allem in regenreichen Sommern wie dem aktuellen ist es – sofern das Häuschen nicht mit einem Lüftungssystem ausgestattet ist – also ratsam, eher in den frühen Morgenstunden durchzulüften, wenn die Außenluft noch kühl und zumeist trockener ist.

Bildquellen: ChristopherPluta/pixabay.com (Bild 1), THC (Bild 2), rschaller98/pixabay.com (Bild 3)

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