Leichte Montage an der Wand – ganz ohne Bohren

Für diejenigen unter unseren Lesern, die nicht mehr auf der Suche nach der für sie richtigen Immobilie (oder Mobilie) sind, sondern sich bereits für ihr Traumhäuschen entschieden haben und momentan dabei sind es einzurichten, haben wir mal wieder einen ganz praktischen Tipp …

Will man kleinere Dinge wie Garderobenhaken, Leselampen oder Bilderrahmen an den Wänden anbringen, muss man sich (besonders bei weiß verputzen Flächen) nicht schon zu Beginn über eine spätere aufwendige Beseitigung der Löcher groß Gedanken machen – verspachteln und weiß drüberstreichen reicht da in der Regel. Selbst bei rustikalen Holzoberflächen lassen sich Bohrlöcher später relativ einfach mit Holzkitt kaschieren.

Anders sieht es bei der Befestigung von Dingen auf gefliesten Flächen, Glasabdeckungen oder Fenster- und Türrahmen aus. Da stellt sich die Frage, wie sich z. B. ein Mückenschutzrollo oder ein Handtuchhaken einfach befestigen lässt, ohne dass nach dem Rückbau unschöne Stellen zurückbleiben. Und da das Bohren in Fliesen und Glas bei (fast) jedem Heimwerker ein mulmiges Gefühl aufkommen lässt – selbst auf der Website von OBI wird das Bohren in Fliesen als „heikle Angelegenheit“ bezeichnet – kann das Bohren in derlei Oberflächen (besonders in Mietobjekten) ein regelrechtes Problem darstellen:

Unschön: Bohrlöcher im gefliesten Bad

Werden Produkte wie Handtuchhalter, Handtuchhaken, kleine Schränke, Spiegel oder Sonstiges mit Hilfe von Dübeln und einem Bohrer befestigt, bleiben unschöne Löcher in den Wänden, wenn die Produkte wieder abmontiert werden. Jeder Mieter bohrt an anderen Stellen, weil Spiegelschränke und Handtuchhalter nun mal keine genormten Maße haben, und so kann die makellos geflieste Wand nach ein paar Jahren einem Schweizer Käse ähneln. Nach deutscher Rechtssprechung können Vermieter sogar Schadensbeseitigung oder -ersatz verlangen, wenn der Mieter ohne zwingende Gründe in die Fliesen gebohrt hat, statt die Löcher in den Fugen zu platzieren. Zur Beseitigung von Bohrlöchern in Fliesen gibt es zwar spezielle Reperatursets (wie z.B. Kerami-fill), gesprungene Fliesen oder Kacheln lassen sich aber nur schwer kaschieren. In der Regel wird die einzelne Fliese (oder aber die komplette Verfliesung) ausgetauscht werden müssen.

Von den optischen Mängeln ganz abgesehen kann die Bausubstanz infolge von Bohrlöchern in Außenwänden – sei es von innen oder von der Außenseite – geschädigt werden. So können durch Bohrlöcher entstehende Wärmebrücken zu Schimmelbildung führen. Die sauberste, bequemste und sicherste Methode Gegenstände auf Kacheln, Fliesen und Glasflächen zu befestigen besteht unzweifelhaft im Kleben.

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Kleben statt bohren

Solche Probleme können durch ein neues, patentiertes, unter dem Namen „nie wieder bohren“ vermarktetes Befestigungssystem auf einfache Weise vermieden werden. Ein Einkomponentenkleber und je ein Adapter pro gewünschtem Fixierungspunkt machen dies möglich: Durch den Adapter wird die benötigte Klebstoffmenge und die Klebefläche genau vorgegeben. Der Adapter dient als Bindeglied zwischen Produkt und Kleber und verfügt ggf. über ein eigenes Innen- oder Außengewinde sowie über eine Standardverschraubung. Dadurch können auch Gegenstände, die selbst über Dübel oder Schrauben verfügen, ohne große Probleme befestigt werden.

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Nach Durchtrocknung des Klebers, kann – natürlich abhängig von der Festigkeit des Untergrundes – je nach gewähltem Adapter mit einer dauerhaften Haltekraft zwischen 4 und 20 kg gerechnet werden. Wird nach einer gewissen Zeit eine neue Position für den so fixierten Gegenstand gewünscht, kann der Klebstoff mit samt Adapter ohne Rückstände vom Untergrund entfernt werden. Im Vergleich zu herkömmlichen Klebern stellt dies einen großen Vorteil dar, da diese bei der Abnahme häufig Rückstände hinterlassen.

Was bei der Montage wichtig ist

Zu allererst muss für eine trockene, fett- und staubfreie Oberfläche gesorgt werden, damit der Kleber seine optimale Haftstärke entfalten kann. Die Dosierung des Klebers hat man schnell raus, und selbst wenn Sie eine zu große Menge an Klebstoff verwenden und diese bei der Montage des Objektes Kleber über den Rand quillt, stellt das kein Problem dar, solange die Klebereste vor der Trocknung entfernt werden. Sollen Gegenstände in Außenbereichen oder feuchten Räumen montiert werden, ist darauf zu achten, dass der Klebstoff nicht horizontal, sondern vertikal aufgetragen wird. Dadurch kann eine Feuchtigkeitsansammlung auf dem Klebstoff so weitgehend vermieden werden.

Bildquellen: Carole Sisson Designs (Bild 1), niewiederbohren.com (Bild 2+3)

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