In Planung: Tiny House Park Berlin

Immer öfter tauchen Tiny Houses, Minihäuser und Singlehäuser in Medienberichten auf. Wen wundert’s?! Durch die zunehmende Singularisierung, sehr eingeschränkte finanzielle Mittel in vielen Haushalten und das gleichzeitig weiter bestehende Bedürfnis nach Rückzugsräumen und Privatsphäre steigt die Nachfrage nach kleineren Wohneinheiten. Das immer komplexer werdende Leben lässt in vielen Menschen zudem den Wunsch nach einem auf das Wesentliche reduzierten Leben und Wohnen entstehen. Berichte über das „Small oder Tiny House Movement„, das seinen Ursprung in den USA hat, treffen hierzulande deshalb auf fruchtbaren Boden.

Small House Movement in Deutschland

Architekten und Fertighaushersteller, die frühzeitig auf diese Entwicklung aufmerksam geworden sind, arbeiten immer raumsparendere, ökologischere und auch optisch ansprechendere Wohnlösungen aus. In den letzten fünf Jahren – solange beobachten wir diese Nische im Bausegment – hat sich das Angebot drastisch verändert: Zu Beginn waren es nur wenige Anbieter, die Häuser unter 100 qm im Programm hatten – und dann handelte es sich meist um tröge Walmdach-Bungalows, die niemand vom Hocker rissen. Inzwischen können Minihaus-Liebhaber aus einer großen Auswahl an Typen hinsichtlich Architektur und Bauweise wählen: typische Tiny Houses auf Rädern, ausgebaute Seecontainer, stylische Wohnmodule und ökologisch und baubiologisch einwandfreie Holzhäuser …

tinyhouses
Im Bild: (obere Reihe von links nach rechts) Microloft, Wohnwagon, Tischlerei Bock, Ökowohnbox, eunido; (mittlere Reihe) CUBIG, Passion Houses, Raumwerk, Fincube, Waipol; (untere Reihe) Sommerhaus Piu, Dwelle, Flying Space, Tiny Houses Rheinau, Sägezahn.

Der Markt hat also reagiert. Eine Hürde, die viele Minihaus-Bauherren in spe unterschätzen, ist jedoch weiterhin, einen passenden Bau- oder Stellplatz zu finden. In einigen Bundesländern ist das Baurecht so rigide, das Interessenten angesichts der Schwierigkeiten wieder Abstand von ihrem Bauvorhaben nehmen (müssen).
Immer wieder erreichen uns Anfragen von Websitebesuchern, ob wir Tipps für eine Stellplatzsuche geben können. Pauschal lässt sich aber bedauerlicherweise kein Rat geben und die Lage ist oft recht frustrierend. Unsere Website mit ihren Galerien und Anbieterlisten wurde aber nicht nur zum Schmökern ins Leben gerufen und um Träumen Nahrung zu geben, sondern auch, um das Small House Movement in Deutschland zu unterstützen.

Stellplätze für Tiny Houses

Nun verfolgen wir dieses Ziel auch offline: Uns wurde die Erstellung eines Nutzungskonzeptes für ein sehr interessantes, größeres Gelände im Großraum Berlin anvertraut – für ein Gelände, das sich in idealer Weise zur Gründung einer Tiny House Community eignet. Es handelt sich um ein großzügiges Gelände in ruhiger, naturnaher Lage an einem See (intaktes Ökosystem u.a. mit Bibern), gleichzeitig fußläufig erreichbare S-Bahn-Verbindung nach Berlin (Fahrzeit 1 Std. ins Zentrum). Zwar ist das Gelände als Wochenendhausplatz ausgewiesen und somit können dort nur Zweitwohnsitze angemeldet werden, aber was läge da näher, als dort Stellplätze für Tiny Houses und Raum für Autarkieprojekte zu schaffen?!

So sieht das Gelände aus:
projekt-tinyhousepark-berlin

Probewohnen in Tiny Houses

Da sich das Gelände in zwei von einem Graben getrennte Bereiche aufteilt, sieht unser Konzept auf der anderen Hälfte die Schaffung eines „Mini-Musterhausparks“ vor:
Unsere Minihaus-Anbieterliste ist sicher hilfreich, wenn es um die Entscheidungsfindung geht, in welcher Art von Häuschen man zukünftig gerne wohnen würde und um Kontakte zu passenden Hausanbietern zu erhalten. Was aber letztendlich essentiell bei der Entscheidung für den einen oder anderen Haustyp sein wird, ist der reale Eindruck, das Hineinschnuppern in ein real existierendes Haus – und idealerweise ein Probewohnen.
Sofern dieses Konzept realisiert wird, entsteht damit etwas Einzigartiges: ein Platz, auf dem mehrere verschiedene Anbieter ihre Minihäuser präsentieren. Der Unterschied zu den Musterhausparks für die „Großen“ bestünde darin, dass im Tiny House Park auch probegewohnt werden kann – ein paar Tage im selben Haus oder jeden Tag in einem anderen. Wir meinen, dass sich damit erst ein sicheres Gefühl dafür bekommen lässt, welche Wohnflächengröße, welcher Grundriss und welche Ausstattung den eigenen Bedürfnissen am ehesten entspricht.

UPDATE (September 2016):

Die Eigentümerin des Grundstücks hat sich entschieden, von dem für das Gelände entwickelten Gesamtkonzept (inkl. der geplanten Crowdinvesting-Kampagne für eine Anschubfinanzierung) Abstand zu nehmen und sich allein auf den Aufbau einer Community zu konzentrieren. Da der Facebook-Gruppe für das Projekt inzwischen mehr als 200 (größtenteils im Berliner Raum lebende) Interessenten beigetreten sind, gibt es diesbezüglich gute Startbedingungen.
Wir klinken uns an dieser Stelle aus dem Geschehen in Berlin aus und machen uns wieder auf die Suche nach einem geeigneten Gelände für einen Tiny-House-Ausstellungs- und Probewohnpark. Der Fokus unserer Suche wird auf der Metropolregion Frankfurt / Rhein-Main-Gebiet liegen. Wir freuen uns also weiter über Hinweise zu möglicherweise passenden Grundstücken …

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