Heizen im Tiny House - welche Optionen gibt es?

Das Wohnkonzept der Tiny Houses spricht, parallel zum zunehmenden Bekanntheitsgrad, immer mehr Menschen an. Viele Tiny-House-Hersteller bieten ihre Modelle in verschiedenen Varianten an, die sich an der jeweiligen Art der Nutzung orientieren. Von der geplanten Nutzungsweise hängt unter anderem auch ab, welches Heizsystem integriert werden sollte. Schauen wir uns also einmal an, welche Methoden gut geeignet sind, um die eigenen vier Wände warm zu bekommen und zu halten…

Die praktischen Anforderungen

Lenken wir zuerst einmal den Blick auf einige praktische Anforderungen, die eine Rolle bei der Beheizung spielen: Auf der einen Seite ist dies ein schnelles Aufheizen der Räume. Ein Tiny House wird – auch bei der Nutzung als Hauptwohnsitz – in der überwiegenden Zahl der Fälle nicht rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr bewohnt. Tiny-House-Bewohner sind in der Regel unternehmungslustige Menschen mit einer Affinität zu Outdoor-Aktivitäten. Insofern und nicht zuletzt zur Ressourcenschonung bietet sich eine Heizmethode an, die den Wohnraum nicht dauerhaft auf Wohlfühltemperatur hält, sondern ihn bei der eigenen Heimkehr schnell auf die gewünschte Temperatur bringt. Platzersparnis und Gewicht sind weitere Faktoren, die es bei der Planung der Heizung in jedem Fall zu beachten gilt.

Multifunktionale Infrarotheizungen

Eine (vorzugsweise mit Ökostrom betriebene) Spiegelheizung zum Beispiel ist dazu in der Lage, alle drei Faktoren – Reaktionsschnelligkeit, Platzersparnis und geringes Gewicht – miteinander zu kombinieren. Tafelheizungen sind eine andere multifunktionale Variante der Infrarotheizung: Sie lässt sich platzsparend anbringen und als Memoboard nutzen. Wie auf hausundenergie.de geschildert wird, ist bei der Spiegelheizung auf den ersten Blick nur der Spiegel zu sehen – für Außenstehende ist die Wärmequelle als solche gar nicht zu erkennen. Mehr über die verschiedenen Ausführungen von Spiegel- und Tafelheizungen erfahren Sie, wenn Sie sich zu den Experten durchklicken, die einschlägige Informationen wie Produktbeschreibungen verschiedener Hersteller und deren Preise bereitstellen.

Hinsichtlich der Platzersparnis bieten Infrarotheizungen zur Montage an der Wand oder auf der Dachinnenseite die Möglichkeit, die Stellfläche im Tiny House ganz nach Bedarf zu nutzen. Ein klassischer Heizkörper würde, unabhängig von der Form der Energiequelle, als Körper kostbaren Raum in Anspruch nehmen. Während dieser Aspekt in einem konventionellen Einfamilienhaus durch die insgesamt große Fläche kaum ins Gewicht fällt, wäre er im Tiny House von Nachteil.

 

Effizient bei kurzen Einsätzen

Immer wieder hängt der Infrarotheizung aufgrund der Strombasierung der Ruf eines wenig effizienten Systems an. Dabei ist es gerade das Modell Tiny House, welche die Vorteile der Technik klar in den Vordergrund stellt. Infrarotheizungen heizen nicht die Raumluft sondern die bestrahlten Körper. Aufgrund der geringen Abstände im Tiny House wird ein, z.B. an der Decke des Wohnraum montiertes Modul und eines im Badezimmer zum Erreichen einer angenehmen Temperatur ausreichen. Im Vorteil, den die kleinen Raummaße mit sich bringen, steckt allerdings auch ein potentieller Nachteil strombasierter Techniken: Infrarotheizungen entwickeln je nach Gerätetyp relativ starke elektromagnetische Felder. Es sollten daher Geräte gewählt werden, deren Hersteller auf eine Reduktion möglichen Elektrosmogs hinarbeiten und die geringe Messwerte garantieren können.

Autarkiefreundliche Gasheizungen

Für Tiny Houses, die ihren Strom zum Ziel der Autarkie über Solarzellen beziehen, ist ein strombasiertes Heizsystem keine Option. Hier bietet sich viel mehr eine Gasheizung an:
Im der Entwicklungsgeschichte der Tiny Houses zur Wohnform mit kleinem ökologischem Fußabdruck wurde immer wieder auf die Vorzüge der Gastherme hingewiesen – nicht von ungefähr, denn diese bietet sich ebenfalls als effiziente und platzsparende Lösung an.

Holzheizung – romantisch, aber u.U. mit Nachteilen verbunden

Mit Nachteilen versehen sind Pellet- oder Holzöfen. Zwar ist ihre Effizienz angesichts der kleinen zu beheizenden Fläche akzeptabel, doch lässt sich die Raumtemperatur damit wesentlich weniger präzise und weniger reaktionsfreudig steuern, als bei den anderen Heizsystemen. Besonders in Tiny Houses mit Schlaflofts kann sich das Aufsteigen warmer Luft unangenehm bemerkbar machen: Unten bullert am Abend der Ofen und die Wärme steigt nach oben in den Schlafbereich, wo eigentlich kühlere Temperaturen für einen besseren Schlaf sorgen würden …
Eine Holzheizung kann wiederum eine sinnvolle Ergänzung zu einem solarbetriebenen Heizsystem darstellen. Im Winter, wenn die Sonnenenergie nicht ausreicht, kann mit einem Holzofen zugeheizt werden – wie hier im Wohnwagon „Luisa“ mit seiner (pardon: ihrer) Holz-Solar-Zentralheizung:

Was auch bedacht werden sollte: Beim Heizen mit Holzscheiten oder Pellets muss für ein geeignetes trockenes Lager der Brennstoffe gesorgt werden. Bei der begrenzten Wohnfläche eines Tiny Houses sollte kein noch so geringer Teil davon zur Pelletlagerung benötigt werden müssen – dass der ohnehin limitierte Raum für eine Brennstofflagerung weiter reduziert wird, kann nicht im Sinne des Erfinders sein. Und: Wird ein Abstellen des Tiny Houses auf einem Campingplatz in Erwägung gezogen, wird eine Holzheizung in den meisten Fällen aufgrund der jeweiligen Campingplatzordnung ohnehin nicht in Betrieb genommen werden können.

Die Belüftung im Blick

Stets zu wenig Aufmerksamkeit erhält die richtige Belüftung im Tiny House. Um gesundheitliche Schäden zu vermeiden, aber auch um die Bausubstanz über Jahre hinweg in einem guten Zustand zu halten, ist es von großer Bedeutung, sich anicht nur mit der Frage des idealen Heizsystems, sondern auch mit der der Belüftung zu befassen. Auf dem Gebiet der Wärmerückgewinnung finden viele Entwicklungen statt und es gibt bereits dezentrale Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung, die sich auch zum Einbau in Tiny Houses eignen. Solche Systeme sind geeignet, die Energieeffizienz der mobilen Häuschen signifikant zu erhöhen und ein angenehmes Wohnklima zu garantieren.

Bildquellen: Timo Klostermeier / pixelio.de (Bild 1), Houzz.de (Bild 2), Wohnwagon (Bild 3)