Der Garten im Mai: 5 Tipps für die Gartengestaltung

Gartenbesitzer, die mehr Ambitionen haben, als lediglich die über den Winter eingelagerten Gartenmöbel zu reinigen und die erste Rasenmahd vorzunehmen, können jetzt die Zeit für Erdarbeiten nutzen. Der Monat Mai ist hierfür die ideale Zeit: Die Wachstumsperiode des Rasens beginnt gerade erst, so dass nach Beendigung der Arbeiten problemlos eine Rasenaussaat oder -nachsaat erfolgen kann. Jetzt ist ein günstiger Zeitpunkt den Garten (neu) zu strukturieren. Sitzecken und Senkgärten sind schöne Gestaltungselemente, durch Wege und Trockensteinmauern wird der Blick von einem Platz zum anderen gelenkt …

Unser Garten

Tipp 1: Unterschiedliche Sitzplätze schaffen Abwechslung

Es braucht keinen Privatpark, um verschiedene Plätze zu schaffen, an denen man sitzen und die unterschiedlichen Perspektiven des Gartens bewundern, lesen oder im Schatten dösen kann. Selbst kleinen, schmale Gärten lassen sich beispielsweise durch eine von Rosen oder Clematis überrankte Sitzbank am hinteren Ende berreichern. Sitzplätze wirken behaglicher, wenn die Rückseite durch eine Wand geschützt ist. Das kann eine Mauer sein, eine dichte Hecke, aber auch ein Rankgitter. Steinsockel oder niedrige Trockensteinmauern mit „Rückendeckung“ tun es übrigens ebenso – es muss nicht unbedingt ein Sitzmöbel sein, das zum Lieblingsplatz zwischen den Pflanzen wird.

Hausgarten LudwigsburgTipp 2: Senkgärten vergrößern den Garten optisch

Auch die aus England stammenden Senkgärten sind – wenngleich man sie hierzulande in privaten Gärten eher selten sieht – ein wundervolles Gestaltungselement für kleine Gärten: Durch das Schaffen verschiedener Ebenen wird der Garten abwechslungsreich und interessant. Ein paar Stufen führen hinab in einen typischerweise rechteckig angelegten Bereich: Gepflastert eignet sich die Senke als Platz für eine Sitz- oder Esstischgruppe, und mit einer üppig mit Gräsern und Stauden bepflanzten Hangböschung lässt sich ein romantischer Rückzugsort schaffen. Die Senke bietet Windschutz. Pflastersteine und die umgebenden Mäuerchen speichern Wärme – auch ein ideales Klima für mediterrane Kübelpflanzen. Wer etwas mehr Platz zur Verfügung hat, kann im Zentrum des Senkgartens ein Wasserbecken platzieren.

Tipp 3: Plätscherndes Wasser – Wohltat für Auge und Ohr

Auch mit einem eigens angelegten Bachlauf lässt sich der Garten optisch auflockern, strukturieren und einzelne Bereiche verbinden. Dazu braucht es kein Hanggrundstück: Lediglich 3% Gefälle reichen dafür aus, also ein Höhenunterschied von 3 cm pro Meter. Das lässt sich gegebenenfalls mit etwas Erdbewegung realisieren. Der DIY-Bach entspringt einem Quelltopf oder Wasserspeier und mündet am Ende in ein Bassin. Am tiefsten Punkt wird eine Bachlaufpumpe installiert, die das Wasser über einen Schlauch wieder zum Austrittspunkt zurück pumpt. Die benötigte Leistung der Wasserpumpe hängt von der Breite des Bachlaufs ab: Pro Zentimeter Bachbreite sollte die Pumpleistung etwa 1,5 Liter pro Minute betragen.
Bachläufe mit Segmenten, in denen das Wasser sich sammeln und stehen bleiben kann, auch wenn die Pumpe nicht läuft, wirken natürlicher, können aber auch zur Brutstätte von Mücken werden. Bachlaufpumpen gibt es übrigens auch mit Solarbetrieb. So entstehen keine zusätzlichen Stromkosten. Wenn Sie Gefallen an diesem Gestaltungsprojekt finden, sollten Sie darauf achten, dass im Pumpenset ein Akku enthalten ist – ansonsten plätschert der Bach nur bei Sonnenschein.

Somerset

Tipp 4: Auch Wege prägen den Charakter des Gartens

Auch wenn weitere gestalterische Elemente fehlen, Wege zwischen den Rabatten, Sträuchern und Bäumen gibt es in jedem Garten – und seien es rasenbewachsene Pfade. Die gezielte Anlage von Wegen und deren Pflege prägt – neben den Pflanzen – entscheidend den Charakter eines Gartens. Dabei sollte der Stil von Wegen und Terrassen und das Material für ihre Oberfläche mit dem Stil des Gartens harmonieren: In einem Bauern- oder Cottagegarten wirkt ein Weg aus Rindenmulch oder aus alten, in Fischgrätmuster gesetzten Ziegelsteinen wesentlich natürlicher, als z.B. Betonpflaster.
Bei der Anlage der Wege sollten Sie besondere Sorgfalt walten lassen und als Unterbau eine stabile Tragschicht einbirngen: Der Humus wird soweit abgetragen, bis man auf festeren, steinigen Grund stößt, dann wird Schotter aufgebracht und mit einer Rüttelplatte (als Mietgerät in Baumärkten erhältlich) verdichtet. Für Wege, die auch gelegentlich befahrbar sein sollen, bietet sich ein sogenantes Mineralgemisch als Alternative an. Dieses lässt sich besser verdichten und hat eine festere Oberfläche, ohne jedoch die Fläche zu versiegeln. Auf dieser Tragschicht wird eine 3–4 Zentimeter dicke Schicht feiner Splitt oder Pflastersand ausgebracht, die dann als Pflasterbett für den eigentlichen Wegebelag dient. Für „weiche“ Wege, die voraussichtlich keiner großen Belastung ausgesetzt werden und die als Belag ein Kiesbett oder Mulch bekommen sollen, bietet es sich an, vor der Ausbringung des Belagmaterials ein Unkraut-Vlies auszulegen, das als Sperre unter dem Weg dient.

GartenbeleuchtungDie Fugen von gepflasterten Wegen sind ebenfalls leicht anfällig für Unkrautbefall. Wer nicht regelmäßig auf dem Weg herumkriechen und Löwenzahn & Co. aus den Fugen stechen will, kann zu Beginn eine spezielle Samenmischung unter den Fugenfüllsand mischen. Mediterrane, duftende Kräuter (wie Kriechender Thymian und andere) besetzen dann die Fugen und lassen die ungeliebten anderen Kräuter erst gar nicht aufkommen.

Tipp 5: Beleuchtung im Garten sorgt für Orientierung und schafft Stimmung

Highlights im wahrsten Sinne des Wortes sind Bodeneinbaustrahler, die am Wegrand in den Boden gesenkt werden können, mit denen Sie Akzente setzen und die bei Nacht den Weg weisen. Integrieren lassen sich diese Leuchten in praktisch alle Belagmaterialien – selbst in Natursteinplatten oder Ziegelpflaster, wenn man zuvor in den entsprechenden Stein ein Loch zur Aufnahme des Korpuses fräst. Die wasserdichten Bodeneinbaustrahler gibt es zum Anschluss ans Stromnetz, aber auch als Solar Leuchten mit intregriertem Solarmodul und Akku – was den Vorteil hat, dass keine Kabel verlegt werden müssen und kein zusätzlicher Strom verbraucht wird.

Bildquellen: Ehring Wohnkonzepte Mittelnkirchen (Bild 1), natur art Markgröningen (Bild 2), Jonathan Snow Design (Bild 3), Oswald Gärten Kiel (Bild 4).

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