Der Minigarten - Gestaltung & Nutzung

Minimalismus ist in – und wer sich für diesen Lebensstil entscheidet, wünscht sich oft auch einen entsprechenden Lebensraum. Das Minihaus, bietet die ideale Voraussetzung. Auf wenig Grundfläche ist alles untergebracht, was Sie zum Leben und Wohnen brauchen. Ein kleiner Garten macht das Minihaus perfekt. Ob für Selbstversorger oder Blumenliebhaber, der Minigarten kann ganz nach Wunsch gestaltet werden. Was Sie dafür benötigen sind: Fantasie, etwas handwerkliches Geschick und das richtige Werkzeug.

Die Verbindung von Haus und Garten: Offene Übergänge sorgen für ein gutes Gefühl

Kleine Häuschen findet man in vielen Varianten. Das Minihaus auf dem Wochenendgrundstück ist ebenso denkbar wie das Holzhaus im Schrebergarten. Aber auch zum dauerhaften Wohnen sind Minihäuser geeignet. Wenn die Planung durchdacht ist, lässt sich auf einem winzigen Grundriss alles verwirklichen. Sogar Familien mit Kindern finden hier eine Lebensmöglichkeit, die auf Überflüssiges verzichtet und sich auf das Wesentliche konzentriert. Das Grundstück ist in den meisten Fällen ebenfalls überschaubar. Trotzdem soll der Garten so gestaltet werden, dass er eine Erweiterung des Wohnraums darstellt und die Bedürfnisse der Bewohner erfüllt. Ein wichtiger Aspekt ist ein fließender Übergang: Direkt an das Haus kann sich eine Terrasse anschließen, die bei gutem Wetter intensiv genutzt wird. Sinnvoll sind großzügige Fensterflächen, die einen guten Ausblick ins Freie bieten. Die Südseite ist bei einem Minihaus ein idealer Platz, um berankt zu werden. Für die Begrünung eignen sich Efeu, wilder Wein und Kletterhortensien. Sehr gut gedeihen auch echter Wein und Obstbäume als Spalierbäume. So ist nicht nur die Wand sehr dekorativ, nach einigen Jahren können Sie auch direkt von der Hauswand Äpfel, Birnen oder Weintrauben ernten.

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Was soll der Minigarten bieten?

Bei der Gartengestaltung kommt es darauf an, was den Bewohnern besonders wichtig ist. Wer großen Wert auf gesundes Gemüse legt, kann im Minigarten viele Sorten ziehen – auch wenn der Platz beschränkt ist. Mit der richtigen Planung nutzen Sie jeden Quadratzentimeter aus. Sollten Sie lieber eine blühende Oase bevorzugen, spricht nichts dagegen. Ein Minigarten lässt sich mit vielen Blumen und Sträuchern sehr dekorativ gestalten. Sicher ist auch ein kleiner Platz für Kräuter vorhanden, die in keiner Küche fehlen sollten. Wählen Sie für Küchenkräuter einen sonnigen Platz und bauen Sie in die Höhe. Aus verschieden großen Tontöpfen gestalten Sie mit wenig Aufwand einen praktischen Kräuterturm. Der größte Topf wird mit Erde gefüllt, in die Mitte kommt ein stabiler Metall- oder Holzstab. Auf diesen Stab stülpen Sie weitere Töpfe, in immer kleiner werdenden Formaten und mit einem seitlichen Neigungswinkel. Nun werden alle Töpfe mit Kräutern bepflanzt.

Für die Begrenzung des Gartens nach außen sind schmal wachsende Sträucher gut geeignet. Immergrüne Sträucher bieten einen ausgezeichneten Sichtschutz. Dazwischen sorgen bunt blühende Sträucher für optische Abwechslung, Himbeer- und Johannisbeersträucher sind ideal für kleine und große Naschkatzen. Apropos klein: Wer ein Minihaus mit Kindern bewohnt, kann im Garten ein kleines Paradies für den Nachwuchs schaffen. Auch auf einer kleinen Fläche lässt sich ein Sandkasten oder ein Planschbecken unterbringen.

Nahrungsmittel aus dem eigenen Garten

Selbst angebautes Gemüse, Salate und Obst schmecken besonders gut, sind immer frisch und weitgehend von Schadstoffen unbelastet. Richten Sie sich nach der Fläche, die Ihnen zur Verfügung steht, nach der Lage und der Bodenbeschaffenheit und nach Ihren eigenen Wünschen. Es ist sinnvoll, nur Pflanzen anzubauen, deren Ertrag auch gern gegessen wird. Praktisch ist zum Beispiel ein platzsparender Kartoffelturm. Kartoffeln kommen fast überall auf den Tisch und auch als Folienkartoffeln vom Grill sind Kartoffeln aus dem eigenen Garten eine echte Delikatesse. Als Untergrund eignet sich Erde oder Rasen, Wasser sollte frei abfließen können. Für den Bau eines Kartoffelturms brauchen Sie entweder Kaninchendraht, Bambus- oder Schilfmatten. Wie anhand unserer Bilder zu sehen, lassen sich auch stabile Klappboxen mit aufgeschnittenem Boden gut für diesen Zweck verwenden. Kartoffeln sind wenig pflegeintensiv, nur bei sehr trockenem Wetter müssen Sie ab und zu gießen. Je nach Sorte ernten Sie bereits im Juli Frühkartoffeln, spätere Sorten werden bis zum Herbst reif. Für die oberen Lagen haben wir Kartoffeln vorgezogen. Das Resultat ist, dass man recht schnell einen schön eingewachsenen Kartoffelturm erhält. Geerntet wird von oben nach unten, immer wenn das Kraut verdorrt ist.

Toll sind auch Anpflanzungen, bei denen Sie mehrere Gemüsesorten miteinander kombinieren. So lässt sich der Platz im Minigarten optimal nutzen. Gute Partner in einem Beet sind zum Beispiel Kohlrabi und Feldsalat oder Möhren und Zwiebeln. Tomaten und Paprika harmonieren ebenfalls gut. Allerdings ist hier eine Überdachung sinnvoll oder eine Folienhaube, weil die Pflanzen von oben nicht zu nass werden dürfen. Diese können Sie sparsam mit Holzstreben, einer Plane und einem kleinen Akkuschrauber realisieren. Salat passt in den kleinsten Garten, besonders praktisch sind alle Pflücksalate, von denen Sie laufend ernten können.

Das Hochbeet und andere Varianten für eine lebendige Gartengestaltung

Im Minigarten sind Hochbeete eine perfekte Alternative zum klassischen Bodenbeet. Das Hochbeet ist rückenschonend, außerdem werden Schnecken und Wühlmäuse erfolgreich abgehalten. Mit dem richtigen Werkzeug ist das Hochbeet schnell gebaut. Wenn der Platz sehr beschränkt ist, können Sie Hochbeete am Rand des Gartens aufstellen und mit Rankgittern ergänzen – so wird das Hochbeet gleichzeitig zum praktischen Refugium für Gemüse und zum Sichtschutz. Sicher finden Sie in Ihrem kleinen Garten auch noch ein Miniplätzchen für den Kompost – dafür gibt es sehr effiziente Lösungen, die nur wenig Platz beanspruchen.

Bildquellen: eigenes Archiv (Bild 1, 3-6), Houzz.de (Bild 2)